PlayGround Exhibition at DWS Headquarter Frankfurt/Main

Posted on März 22, 2012

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Robert Seidel, Julius Hofmann und Jun-Ho Park

„PlayGround“ – Der Titel wirkt fast provokant in unserer Zeit – der Zeit der Krisen. Was will man da mit einem Spielplatz? Ist momentan überhaupt noch Platz für das Spielerische? Ja, genau jetzt ist die richtige Zeit für Phantasie! Denn jeder Art des Spiels wohnt über den Akt der Kreativität ein Moment der Neuorientierung und des Neuanfangs inne. Das Spielen ist ein sehr schöpferischer Prozess. Kreativität ist etwas, was wir in unseren ernsten Zeiten mehr denn je nötig haben, da mit ihr neue Wege beschritten und neue Ideen entwickelt werden können. 

Robert Seidel (*1983)

Studierte Malerei an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst bei Professor Neo Rauch. Wie ein Stadtplaner auf dem Reißbrett kreiert Seidel phantasievolle Straßenzüge unterschiedlicher Miniaturstädte, die nur im ersten Moment eindeutig erscheinen. Lange Straßen mit Häuserreihen sprießen aus dem großen Nichts des Bildgrundes, Häuser scheinen zu fallen, klappen von der Drei- in die Zweidimensionalität und wirken plötzlich mehr wie Piktogramme. Der Moment des Zeichenhaften, des gewählten Motivs oder Objektes ist die Besonderheit seiner Kunst. Deutlicher wird diese Tendenz hin zum prototypischen in seinen Einzelmotiven, wie der Zahnbürste „Prophylaxe“ oder der „Festung Europa“. Aber auch in seinen Menschendarstellungen, wie der Blondine aus dem Gemälde „Damenwahl“, der Akkor deonspieler in „Bühne frei“ wie auch die coolen Bandmitglieder in „Dirty Reggae“ wird das Objekt um Prototyp. Seidel entwirft eine Schauwelt, deren Elemente vertauschbar erscheinen – ähnlich wie die eines Bühnenbildes. Seine Bilder muten seltsam an. Einerseits strukturiert technokratisch, aber andererseits nie steril. Das bewirkt vor allem die klare Farbigkeit, die in ihrem flächigen Auftrag seit der Pop Art selten konkreter war. Durch seine eigene, neue, reduzierte Ordnung der Dinge, stellt er die uns vertrauten Strukturen in Frage. Er selbst sieht sich als „Chronist, dessen Aufgabe darin besteht, das Gegenwärtige für die Nachwelt zu konservieren. Der Maler überprüft als kritischer Beobachter das Geschehene auf seine Bildtauglichkeit und nimmt, wenn nötig, Eingriffe am Status quo“ vor. Für 2012 listete ihn ART in der jährlich erscheinenden Watchlist.

Julius Hofmann (*1983)

Studierte ebenfalls Malerei an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Professor Neo Rauch. Hofmanns Bilder und Skulpturen scheinen Geschichten entsprungen, von denen wir nur ver muten, sie zu kennen. Sie erzählen von rasanten, teilweise auch komischen Begebenheiten, Gefahren und Bedrohungen, Verführungen und Maskeraden. Doch er erzählt nichts nach – alles kommt aus ihm heraus. Wie ein Drehbuchautor und Regisseur zugleich lässt er skurrile Geschichten entstehen, die der Betrachter kaum nachvollziehen kann. Wie Filmausschnitte, in denen eigene (Traum-)Gedanken hinzugefügt werden, führt sie uns Hofmann vor Augen. Sind es Filme, vielleicht Krimis, die wie aus einer „Kinderperspektive“ – hart und verträumt zugleich, wahrgenommen werden sollen? Fast wie in einem Raum, der sämtliche Filme und Erzählungen komprimiert, treffen futuristisch anmutende Wesen auf zwielichtige Gestalten der Unterwelt, comicartige Kreaturen und Märchenfiguren werden in düstere Schattenreiche geführt und schöne Frauengestalten in verführerischer Pose, scheinen schließlich auf den Liebhaber, den Mörder (oder beides in einem?) zu warten. In all dem dürfen die schnellen Autos natürlich nicht fehlen. Hofmann nennt sie „seine kleinen Freunde“. Aus dem Chaos des Geschehens formt Hofmann wie ein Regisseur die besten, spannendsten und ästhetischsten Momente und hebt diese in seinen Bildern heraus. In rasanter Erzählweise wird der Bilderwahn einen Moment zum Stillstand gebracht – und der Betrachter in den Zustand der Erwartung versetzt, was da wohl als nächstes geschehen mag?

Jun-Ho Park (*1971)

Ist in Korea geboren und studierte an der Kunstakademie Düsseldorf unter anderem bei Georg Herold, dessen Meisterschüler er von 2007-2008 war. In seinen extravaganten Skulpturen verbindet er auf virtuose Weise Alltagsgegenstände und Verpackungsmaterial mit Objekten aus der Natur. Er beobachtet die Landschaften unseres Alltags und kritisiert, in seinen daran angelehnten Kunstobjekte, die modernen Medien und deren Umgang mit dem Individuum. Park lässt den Betrachter an seinem künstlerischen Schaffensprozess teilhaben, indem er diesen durch seine Kunst dazu auffordert, sich mit den politischen, sozialen und kulturellen Belangen unserer Wirklichkeit auseinanderzusetzen. Park will nicht moralisierend dozieren und schon gar nicht mit erhobenem Zeigefinger kritisieren, sondern einfach nur die Augen öffnen. Er bedient sich dabei der Sprache der Ironie – gelegentlich auch des Sarkasmus – eine Methode, die oft mehr bewirkt als die der Belehrung. Seine aktuelle Arbeit „Full Package“ ist, wie er selbst sagt, „sein Beitrag zur Globalisierung. Auch ich trage einen Teil der Last und helfe fröhlich, die Container um den Erdball zu transportieren.“

Die Ausstellung „PlayGround“ veranstaltet die DWS gemeinam mit der Wiesbadener Galerie Sylvia Bernhardt.

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