Ein neuer Standort für die DDR-Kunst?

Posted on Mai 15, 2014

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Ein Kommentar von Sylvia Bernhardt

Die Eigentümer der Wismut- Kunstsammlung möchten die Kunstwerke gern nach Gera geben. Die Stadt hat kein Konzept, keine Finanzierungsmöglichkeit, keine Immobilie. Die Verantwortlichen der Stadt waren zur entscheidenden Tagung nicht anwesend.

Zur falschen Zeit am richtigen Ort?

Die Kunstsammlung der Wismut ist die größte und wichtigste Unternehmenssammlung der DDR. Alle bedeutenden Namen der Leipziger Schule sind in der Sammlung vertreten, Bernhard Heisig,  Werner Tübke, Willi Sitte, Werner Petzold, Arno Rink, Alexandra Müller-Jontschewa, um nur einige zu nennen. Dennoch wurde erneut ein Bilderstreit entfacht. Staatskunst, Auftagskunst heisst es da. Aber ist es nicht an der Zeit die hochrangigen Kunstwerke einmal wertneutral und ideologisch unvoreingenommen zu betrachten?

Ausgestellt oder abgestellt?

In der Geraer Ausstellung „Sonnensucher“, kuratiert von  Dr. Paul Kaiser und Holger Saupe ist das ebenso gelungen wie in Chemnitz bei der Ausstellung „Schicht im Schacht“. Beweis dafür sind nicht nur die Rekordbesucherzahlen, sowohl in der Kunstsammlung Gera, als auch in der Neuen Sächsischen Galerie Chemnitz. Als Abschluss der Ausstellung „Sonnensucher“ in Gera fand am 14. Mai 2014 unter der Leitung  des Dresdner Instituts für Kulturstudien eine Fachtagung  mit dem Titel „Ausgestellt oder abgestellt“ statt.

Ist Gera der richtige Ort für die Kunstsammlung der Wismut?

Diskutiert wurde über die Zukunft der Kunstwerke. Sind die in der Sammlung vertretenen Werke von sozialdokumentarischem und künstlerischen Wert? Sollte es einen dauerhaften Standort für die Kunstsammlung geben? Ist Gera der richtige Ort für ein solches Ausstellungshaus? Was entwickelt werden sollte, ist ein Konzept für die Sammlungspräsentation, die das Konvolut an Malerei und Grafik auch zukünftigen Generation zugänglich macht. Ein digitales Museum etwa?

Welche Kompetenzen sollte ein Leiter der Wismut-Kunstsammlung mitbringen?

Zu Beginn ist es notwendig, dass sich die Beteiligten auf einen kompetenten Menschen einigen, der Standortsuche, Konzeptentwicklung, und die Form der zukünftigen Sammlungspräsentation in die Hand nimmt.

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