Goldene Zeiten

Posted on April 8, 2015

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Sylvia Bernhardt sprach mit der Künstlerin Anke Lohrer (Bild) über ihre aktuelle Ausstellung in Frankfurt am Main.

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c.art: Was ist die Quelle aus der Du Deine künstlerischen Arbeiten schöpfst?

Seit vielen Jahren nutze ich Künstlerbücher zur Vorbereitung von ganzen Bilderserien, Collagen, Installationen, Zeichnungsserien oder Druckgrafiken. Inhaltlich beziehe ich mich hier auf ein großes Spektrum von Themen, mit denen ich mich beschäftige, zuletzt war es die Alchemie, die Transzendenz, die Natur, die zeitgenössische Kunst, meine Helden in der Kunstgeschichte und auch eine Auseinandersetzung mit Kleidung und Moden.

c.art: Deine Bücher behandeln verschiedene Themen wie „Alchemie“, die „Renaissance als Epoche“ und die „Transzendenz“. Wie kommt es zur Themenfindung und wie entstehen die Bücher bzw. später die großformatigen Bilder?

In den Büchern assoziiere ich frei zu einem selbst gestellten Thema in Form von Zeichnungen, Textfragmenten, Zitaten und Bildern. In den in dieser Ausstellung vorliegenden Büchern war es das Thema „Alchemie“, die „Renaissance als Epoche“ und die „Transzendenz“.

Es sind anschließend in meinem Atelier im Salzmannbau in Düsseldorf Bilder und Collagen entstanden, die dem Themenkreis der „Alchemie als goldenes Zeitalter“ und der „Transzendenz“ zuzuordnen sind. Ich habe hier mit Acrylfarben gemalt, vielfach collagiert und in die Bilder mit Tusche und Feder hineingezeichnet.

c.art: Kannst Du etwas zur Entstehung von „Liberty“ sagen?

Das Bild „Liberty“ entspringt einer Serie von Bildern und Collagen, in denen ich sehr bekannte Plastiken und Skulpturen, wie hier die Freiheitsstatue, „defragmentiere“ und zeichnerisch erweitere, entsprungen sind diese den Bildideen aus dem Buch „Contemporary Renaissance“. Zu sehen ist hier eine spielerische Auseinandersetzung mit der kunstgeschichtlichen Epoche der Renaissance.

c.art: Wie kam es zur Wahl des Themas „Alchemie“ für Deine künstlerische Arbeit?

Das Thema „Alchemie“ habe ich durch die vielbeachtete Ausstellung „Kunst und Alchemie“ im Museum Kunstpalast für mich entdeckt, zu dieser haben meine Schüler einen Audioguide geschrieben und gesprochen und sogar einen Preis dafür erhalten.

Ein Ziel der Alchemisten war häufig die Transmutation von unedlen Metallen zu Gold und Silber. Das Spektrum der Alchemisten reicht aber von praktischen frühen Chemikern und Pharmazeuten, frühen Vorstellungen über den Aufbau der Materie, wozu auch lange der weit verbreitete Glaube an eine Umwandelbarkeit (Transmutation) von Metallen und anderen Elementen gehörte, über stark esoterische und mythisch gefärbten Spekulationen, mit Ideen über eine parallele Wandlung des Adepten, die in neuerer Zeit zum Beispiel das Interesse des Tiefenpsychologen Carl Gustav Jung fanden, bis zu betrügerischen „Goldmachern“. Hierzu habe ich vielfach auf silbernem Grund gemalt und gezeichnet.

c.art: Was war der Grund für Deine Auseinandersetzung mit dem Tod bzw. der „Transzendenz“?

Anlaß dafür gab mir mein im letzten Jahr verstorbener Professor und guter Freund Fritz Schwegler. Hierzu sind zahlreiche Collagen mit vielfarbigen Hintergrund, Wandfriese, Holzschnitte und großformatige Bilder entstanden.

Die Ausstellung von Anke Lohrer mit dem Titel „Goldene Zeiten – eine Hommage an die Alchemie“ findet in den Räumen der Rechtsanwaltskammer Frankfurt am Main, Bockenheimer Anlage 36 statt. (hinter der Alten Oper) Ausstellungsdauer: 9. April bis 15. Juli 2015

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