Notizblätter aus „Zettels Traum“

Posted on September 6, 2014

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Gabriele Streckers Tafelbilder sind Projektionsflächen, auf denen die Zeichen inneren Erlebens und vitaler Emotionen in Form von subtil hingestrichenen Farbspuren und skizzenhaften skripturalen Eintragungen ihren Ausdruck finden.

Die malerische Qualität der Bilder überzeugt und fordert heraus. Die Künstlerin arbeitet meist auf Hartfaserplatten, die sie mit einer Mischung aus Acrylfarbe und Champagnerkreide grundiert. Sie trägt die Farben Schicht um Schicht übereinander. Dabei entstehen geometrische Flächen in einer wohldurchdachten Bildordnung. Den Bildaufbau durchbricht die Künstlerin anschließend durch eine impulsive, emotionale Pinselführung und das Einritzen von graphischen Elementen, wobei diese eher an skizzenhafte Zeichnungen und schriftliche Notizen erinnern. So entstehen ihre hochästhetischen Bildplatten, die wie „verschlüsselte Kurzprotokolle innerer Monologe“ wirken.

Was auffällt ist, daß Gabriele Streckers Bilder allesamt keine Titel haben. Dieser Verzicht auf erklärende Angaben läßt das Augenmerk stärker auf die Erscheinungsqualität als auf den Inhalt richten. Ausserdem geht es der Künstlerin vielmehr um den subjektiven Eindruck auf den Betrachter und sein individuelles Entschlüsseln des bildnerischen Codes.

Lassen Sie sich überraschen von den neuen Werken einer Künstlerin, die die Impulse für Ihre Malerei eher aus unverbildeten authentischen Empfindungen als aus rationalen Planungen bezieht. Das tut Auge und Seele wohl in unserer optimierten und effizienzgeprägten Welt.

Die Vernissage findet am Donnerstag, 25. September 2014, um 19 Uhr statt. Die Kunstschau können Sie in den Räumen der Rechtsanwaltskammer Frankfurt am Main, in der Bockenheimer Anlage 36, nach Vereinbarung besuchen. Kontakt: Galerie Sylvia Bernhardt unter mail@sylviabernhardt.com

Der Text entstand auf Grundlage der Anmerkungen im Künstlerkatalog Gabriele Strecker Malerei, von Dr. Klaus Wolbert (ehemaliger Direktor des Instituts Mathildenhöhe in Darmstadt).

2014 ist ein Katalog mit einem Text von Dr. Renate Petzinger (Museum Wiesbaden) erschienen

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Posted in: Exhibitions